Kultur


Mindestens 1.300.000 EUR soll die Nachnutzung der LAGA zukünftig jedes Jahr den Oranienburger Steuerzahler (und auch die Steuerzahlerinnen) kosten. Das hat Baustadtrat Oltersdorf gestern im Bauausschuss bestätigt.

Von der genannten Gesamtsumme von 1,7 Mio EUR Aufwendungen muss man nämlich einen Betrag von 300 bis 400 Tausend Euro abziehen, die die Stadt auch in den vergangenen Jahren schon für Kultur ausgegeben hat und die sich in Zukunft in der in Schlosspark GmbH umfirmierten LAGA gGmbH wiederfinden werden.

Als ich im Jahre 2006 mal eine Anfrage an den Bürgermeister gestellt hatte, was die Instandhaltung und Pflege wohl kosten würde, waren wir noch bei 150.000 EUR (siehe hier). Vor einem Jahr wurden den Stadtverordneten 431 TEUR genannt, jetzt sind wir allein bei der Grünpflege schon bei geschätzten 766 TEUR, dem Fünffachen der ursprünglichen Summe.

Das Nachnutzungskonzept der Verwaltung mit den wichtigsten Anlagen habe ich hier zum Download bereitgestellt.

Ich möchte gerne die Diskussion mal auf den Punkt lenken, dass wir nicht immer nur über das Eintrittsgeld reden, sondern auch mal darüber, dass die Nachnutzung den Stadthaushalt extrem belasten wird. Bei 130.000 geplanten Besuchern knöpfen wir eben nicht nur jedem (vollzahlenden) Besucher 2,50 EUR ab, sondern subventionieren jeden einzelnen Besuch noch mal mit 10 EUR aus der Stadtkasse.

Natürlich dürfen wir im Gegenzug auch gerne diskutieren, was der Park der Stadt bringt, an positivem Image für die Stadt, an Lebensgefühl und vielleicht Neu-Ansiedlungen.

oder eher Geteilter Park ist doppelter Park?

Im Zuge der Nachnutzungsdiskussion der Landesgartenschau kommt auch immer wieder die Idee zur Diskussion, das Laga-Gelände nach dem Ende der Veranstaltung wieder zu teilen.

Die Befürworter der Lösung, z.B. die Linke und deren Bürgermeisterkandidat stellen sich dann vor, den Alten Park kostenfrei der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und für den Neuen Park Eintritt zu nehmen.

Das würde aber bedeuten, dass man quer durch das Laga-Gelände einen neuen Zaun baut und dort Eintritt erhebt. Ich persönlich kann mir das nicht vorstellen, hielte das landschaftsgestalterisch geradezu für einen Frevel.

Aber auch finanziell geht die Rechnung nicht auf. Nicht nur, dass das die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern deutlich reduzieren würde. Um dann noch Besucher in den gebührenpflichtigen Teil zu locken, müsste man dort noch erheblich mehr investieren als ohne Parkteilung. Und mir sind die Kosten im Bürgermeister-Konzept eigentlich schon zu hoch.

Meinetwegen kann man gerne darüber diskutieren, ob und in welcher Höhe man Eintritt erhebt. Hier gibt es viele gute Argumente für Für und Wider. Den Park künstlich zu teilen, halte ich für absurd.

Am 07.09. hat der Bürgermeister endlich seine Pläne für die zukünftige Nutzung des Schlossparkes nach der Landesgartenschau vorgestellt.

Danach soll der Schlosspark auch zukünftig umzäunt bleiben und ein Eintrittsgeld in Höhe von 2,50 EUR erhoben werden (siehe hierzu auch die Diskussion auf Rede-Mit). Dennoch erfordert der Schlosspark einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 920.000 EUR. Fairerweise muss man aber dazu sagen, dass der bisherige Zuschuss zum Kulturbetrieb der Stadt in Höhe von ca. einer halben Mio. EUR darin aufgehen soll.

Die Diskussion in den politischen Gremien ist jetzt eröffnet, Details finden sich in der Vorlage der Verwaltung, die hier auf der Webseite der Stadt Oranienburg verfügbar ist. Die endgültige Entscheidung soll auf der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Oranienburg am 02. November fallen.

Was denken die Oranienburgerinnen und Oranienburger über die Pläne?

Die MAZ berichtet heute, im Germendorfer Zoo sollen demnächst Sauriermodelle als “Schaugarten” aufgestellt werden.

Ich muss einfach mal sagen, ich finde es beeindruckend, was Horst Eichholz dort auf die Beine stellt. Und das ohne öffentliche Unterstützung. Endlich mal jemand, der nicht immer nach dem Staat ruft, sondern seinen Beitrag leistet. Hier hat sich jemand offenbar seinen persönlichen Lebenstraum erfüllt – zum Nutzen der Allgemeinheit.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt..

In Oranienburg sind es sogar ein paar mehr Lichtlein, pünktlich zur Eröffnung ist auch die neue (alte) dritte Achse (“Nehringstraße”) mit Lichtern geschmückt.

Leider fehlt ein Weihnachtsmarkt in der Kernstadt. Ich hoffe, der ist nur LAGA-Bauarbeiten-bedingt ausgefallen. In den Ortsteilen gibt’s dafür ja den einen oder anderen Weihnachtsmarkt, obwohl mein Lieblings-Adventsmarkt in Lehnitz dieses Jahr auch nicht stattfand. Hier werden noch ein paar neue (alte?) Aktive gebraucht, um das die kommenden Jahre wieder auf die Beine zu stellen.

In Lehnitz gibt es dieses Jahr auch keine Weihnachtsbeleuchtung mehr, weil der langjährige Sponsor (vielen Dank für die vielen Jahre) das nicht mehr alleine stemmen wollte. Eine Last-Minute-Initiative engagierter Bürger konnte in der Kürze der Zeit keinen Ersatz mehr schaffen. Dennoch auch für dieses Engagement vielen Dank!

Aus dem interessanten Kommentar von GreenOr mache ich mal einen eigenen Artikel. Ich meine, er eignet sich ganz gut zum Einstieg in die Diskussion:

Der Schosspark wurde von Louise Henriette von Oranien als Landschaftspark angelegt und sollte auch zukünftig als solcher erhalten und gepflegt werden. Zu ihrer Lebzeit war er in ihrem privaten Besitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Heute ist das Gelände im Eigentum der Bürger Oranienburgs. Die Bewirtschaftung obliegt der Stadtverwaltung Oranienburg. Zur Zeit befindet es sich im Besitz der Laga gGmbH und ist für die Bürger nicht zugänglich.

Wie soll aber der Zugang zum Park nach Abschluss der Landesgartenschau im nächsten Jahr gestaltet werden? Wie viele Zugänge sollten angelegt werden? Ist die Kassierung von Eintrittsgeld erforderlich?

Von Seiten der Verwaltung lese ich, es werde die Kassierung von Eintrittsgeld angestrebt. Man geht davon aus, dass sich die Besucher des Landschaftsparkes nicht angemessenen verhalten, wenn der Zugang kostenfrei gestaltet wird. “Was nichts kostet, ist nichts wert.” Gruppen grölender Jugendlicher oder Alkoholiker werden den Park besiedeln. Andere Zeitgenossen werden den Park mit Graffitis überziehen oder sich sonstiger Zerstörungswut hingeben. Hunden mit ihren Besitzern wird der Zugang verboten usw. Um also bei den Bürgern eine mehrheitliche Zustimmung für die Erhebung von Eintrittsgeld zu erlangen, bedient man sich dem Instrument der Angstschürerei. Nach dem Abschluss der Laga gilt es, den Landschaftspark kostengünstig durch Landschaftsgärtner des Stadtbauhofes zu bewirtschaften. Tatsächlich dürften die von den Bürgern kassierten Gelder kaum die Kosten des Kassenpersonals decken und die Weiterführung der dann unnötigen privaten GmbH enorme Zusatzkosten zu Lasten der Stadtkasse erfordern.

Denkbar wäre aber auch ein gegenteiliges Konzept. Hier geht man nicht von Verboten, Gebühren oder unterstelltem Vandalismus aus, sondern von Geboten, Stolz und Freude. Die festzulegenden Gebote regeln allgemeine Vorgaben bezüglich der Benutzung des Parkgeländes. Um den Park noch mehr in das Bewusstsein der Bürger zu rücken und den Stolz darüber weiterzuentwickeln, dass wir in Oranienburg einen wunderbaren Schlosspark haben, bedarf es vor Allem einiger guter Landschaftsgärtner und einem wohldurchdachten Marketingkonzept. So wäre z.B. die Veranstaltung niveauvoller Open-Air-Konzerte und Familienfeste denkbar.

Die Diskussion ist eröffnet!

Die neu rekonstruierte Jean-Clermont-Schule in Sachsenhausen wurde Opfer von Graffiti”künstlern”. Sachschaden: über 10.000 EUR. Die Schüler haben unterdessen eine Resolution beschlossen und dem Bürgermeister überreicht, dass sie sich von der illegalen Graffiti distanzieren.

Was in diesem Fall ganz klar Sachbeschädigung ist, kann in anderen Fällen auch als Kunst angesehen werden. Ist es wirklich schlimm, wenn die Jugendlichen “ihre” Skater-Bahn mit Graffiti versehen, sich quasi ihr Wohnzimmer damit einrichten? Wann ist Graffiti Kunst? Macht legale Graffiti überhaupt Spaß oder ist es gerade der Reiz des Verbotenen?

Seit vergangenem Jahr hat die Stadt auf Betreiben der SPD 100.000 EUR pro Jahr im Haushalt zur Graffiti-Bekämpfung. Haben die eine beobachtbare Wirkung?

Krawall & Remmi Demmi

Fragt man die Stadtväter haben die Teenies der Stadt nahezu 1000 Möglichkeiten. Kreativzentrum, Skaterbahn, Musikschulen, CJO, DRK Treff, Kirche im Container, Sportvereine, spazieren oder abchillen am neuen Havelufer etc. Von den kommerziellen Angeboten ganz zu schweigen und dann ist da ja noch die Berlin-Nähe und Web 2.0 mit You Tube, MySpace & Co. Also aus Sicht der Erwachsenen (ich meine der noch älteren Erwachsenen) gibt´s da nix zu mosern – oder doch? In den 90ern gab es das Pionier- später Hans Coppi Haus für sinnvolle Freizeitgestaltung nach der Schule, oder das legendäre G-Haus (Gesellschaftshaus) mit seinen Techno- und Marianne Rosenberg Discos #:) . Heute haben wir z.B. Escobar, Alte Fleischerei und den T.U.R.M. – LAN Parties sind wieder out und Internetzugang hat (fast) jeder zu Hause. Also was wollen die Jungen eigentlich? Möglicherweise reicht es ja “Der Jugend von heute” fremdbestimmt zu werden und mit einem laut trällerndem Handy auf sich aufmerksam zu machen..

Unsere TURM ErlebnisCity ist die größte Freizeitspaß-Anlage in Berlin und Brandenburg. Hier gibt es alles außer grauen Alltag. Nette Menschen, eine lockere Atmosphäre und ein Freizeitangebot, das seinesgleichen sucht, laden dazu ein, auszusteigen, den Stress zu vergessen und die schönste Zeit des Jahres zu verlängern – wann immer man will.

.. liest der Nutzer auf der Website der T.U.R.M. ErlebnisCity. Ich finde unsere Stadterordneten haben seinerzeit eine gute Entscheidung getroffen und damit ein starkes Alleinstellungsmerkmal vor den Toren Berlins geschaffen. Deshalb habe ich in 2007 auch gern das Ehrenamt im Aufsichtsrat als Vertreter der Bürger Oranienburgs angenommen. Mich interessiert nun was Ihr als OranienburgerIN ob Single, Senior, Familie, Freizeitteam oder Verein für Meinungen, Erlebnisse und Vorschläge habt, um diese Einrichtung täglich besser zu gestalten. Wie oft nutzt Ihr den T.U.R.M., was macht Ihr dort, was wolltet Ihr schon immer einmal sagen, zur  Idee einer sportorientierten Kindertagesstätte, dem Umbau der Tennishalle zur Event Arena, Beachparty und und und. Egal ob Lob oder Kritik – beides gehört zum Tagesgeschäft eines Dienstleisters – hier ist Eure Plattform.

Infos: www.turm-erlebniscity.de

[ Text auf Wunsch geändert am 06.06.08]