Mi 2 Jun 2010
Wehrpflicht aussetzen!
Geschrieben von Heiner Klemp unter Allgemein
Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet ein CSU-Mann denkt jetzt über die “Aussetzung” genannte Abschaffung der Wehrpflicht nach (siehe SPIEGEL ONLINE).
Aus meiner Sicht ein richtiger Schritt. Die Ausbildung von Rekruten kostet nur Geld und bringt nichts. Durch die Reduzierung auf 6 Monate sind die Wehrpflichtigen nicht mal mehr als billige Arbeitskräfte einzusetzen, weil der Hauptanteil der Zeit sowieso für die Grundausbildung drauf geht. Landesverteidigung findet schon seit langem mit politischen Mitteln statt (was ein Fortschritt!).
Gleichzeitig würde die Maßnahme aber auch die Abschaffung des Zivildienstes bedeuten. Hier klagt ja der Sozialbereich sowieso schon, dass die Zivis für 6 Monate nicht zu gebrauchen sind. Dann doch gleich der richtige Schnitt und Zivildienst ganz abschaffen.
Alle jungen Männer, die nicht zum Wehr- oder Zivildienst müssen, können schließlich in der Zeit arbeiten, konsumieren und Steuern zahlen. So spart man sich nicht nur das Militärgeöns mit seinen Kosten sondern nimmt auch noch höhere Steuern ein. Wenn man davon einen Teil nimmt, sollte man eine Professionalisierung des Sozialbereiches bezahlen können.
Vielleicht kann ja eine Finanzkrise auch positive Wirkungen haben…
8. Juni 2010 um 08:42
Tja, leider hat’s das Thema nicht auf die Sparliste geschafft. Aber immerhin hat zu Guttenberg einen Prüfauftrag mitbekommen.
Dessen Abarbeitung wird zeigen, in welche Richtung der Minister will.
16. Juni 2010 um 11:16
Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes find ich eine gute Idee, jedoch ist es ein Trugschluß das eine Berufsarmee billiger wäre was man an anderen Europäischen Staaten sehen kann. Das junge Männer(und Frauen) mehr konsumieren sollten stell ich in Frage, sie sollten sich lieber mehr um Familie, Freunde und Land kümmern.
Wie stellen Sie sich denn eine Profesionalisierung des Sozialbereiches vor?
“Es ist nicht die Aufgabe der Politik sozial zu sein sondern der Gesellschaft” -also liegt es an UNS allen und das hat meistens nichts mit Geld zu tun…
16. Juni 2010 um 20:25
Ich fände das schon logisch, dass man damit Geld spart. Jeder, der junge Menschen ausbildet, weiß, dass das zunächst jede Menge Zeit und Material und damit Geld kostet. Bei insgesamt 6 Monaten werden die Rekruten doch kaum noch “produktiv”.
Mit Konsum meinte ich nur, dass die Leute ohne Wehrdienst ja in der Zeit arbeiten gehen könnten und Geld verdienen würden. Damit würden sie sicher auch mehr Geld als den mageren Sold wieder ausgeben und nebenbei auch noch Steuern zahlen. Also hätte man nicht nur die Ersparnis bei der Bundeswehr, sondern auch gleichzeitig höhere Steuereinnahmen.
Wie allgemein bekannt, ist der Sozialbereich heute in großen Teilen vom Zivildienst abhängig. Das liegt aber an der allgemeinen Unterfinanzierung dieses Bereiches. Viel besser wäre aber, wenn man mit einem Teil des eingesparten oder zusätzlich eingenommenen Geldes neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in dem Bereich finanzieren würde. Das meinte ich mit “Professionalisierung”.