Die Lokalpresse berichtet dieser Tage, dass nach Rechnung der Stadtverwaltung die Schülerzahlen im Einzugsbereich der Schule in Friedrichsthal so weit absinken werden, dass der Schulstandort gefährdet ist. Dieser Logik folgend soll sich die Politik zwischen verschiedenen Varianten positionieren, die auch die Schließung der Schule bedeuten können.
Eine Grundschule ist in den Ortsteilen eine wichtige identitätsstiftende Einrichtung. Viele Eltern schätzen gerade die familiäre Athmosphäre einer kleinen Schule wie in Friedrichsthal.
Leider beharrt die Stadt nach wie vor auf festen Schulbezirken, obwohl eine Aufhebung der Schulbezirke die Friedrichstahler Schule stabilisieren könnte. Die Schulen sollen zwar ein eigenes Profil entwickeln (so sieht es das Schulgesetzt vor), das Profil hilft der Schule aber nicht beim Überleben, denn Schüler aus anderen Schulbezirken darf sie nicht abwerben. Gibt es im Schulbezirk in der Prognose zu wenig Kinder, ist der Standort der Schule in Gefahr.
Eigentlich wäre doch ein System gut, in dem die Schulen mit ihrem Profil um Schüler werben und die Eltern entscheiden können, wo sie ihre Kinder einschulen. Inzwischen gibt es so viele Unterschiede zwischen den Schulen, Ganztagsschulen, flexible Eingangsstufen und inhaltliche Profilierungen der Schulen. Da ist es doch unsinnig, dass Eltern über die starren Schulbezirke nach wie vor in eine Schule gezwungen werden und ihre Kinder nicht in der Schule ihrer Wahl einschulen dürfen.
Zu unterschiedlichen Schulen und unterschiedlichen Schülern passt nicht mehr die Planwirtschaft der starren Schulbezirke sondern die Vielfalt der Schulen. Eine Aufhebung der Schulbezirke würde einen Qualitätswettbewerb unter den Schulen auslösen. Gute Schulen hätten mehr, weniger gute weniger Schüler. Damit hätte auch Friedrichsthal – wie jede andere Schule – eine faire Chance.