Die Stadt Oranienburg plant, zur Überbrückung der ehemaligen Schleuse Friedenthal eine Bootslifter-Anlage zu bauen, die Booten bis zur Größe eines Hausbootes den Zugang von der Oranienburger Havel in den Ruppiner Kanal ermöglicht und so ein attraktives Gebiet für Freizeitkapitäne abseits von großen Wasserstraßen eröffnet. Für Paddelboote etc. ist eine manuelle Bootsschleppe vorgesehen.

Kritiker werfen ein, eine Schleuse wäre besser. Damit haben sie zweifellos Recht, jedoch gibt es niemanden, der den Bau einer Schleuse finanzieren würde. Dies sind Wunschträume, die nicht in Erfüllung gehen werden. Die nächste Bundestagswahl abwarten zu wollen, in der Hoffnung, dann käme ein Kahn mit Gold aus Berlin, ist eine hanebüchene Argumentation. Ein neuer Bundeverkehrsminister hat sicher andere Probleme auf dem Tisch als die Friedenthaler Schleuse.

Es gibt jetzt die Chance, dem Wassertourismus in Oranienburg einen Schub zu geben. Natürlich hat jede Chance auch ein Risiko, in diesem Fall dass der Bootslifter von den Touristen nicht angenommen wird. Wenn man aber die touristischen Möglichkeiten sieht, kann man sich das eigentlich nicht vorstellen.

Die Ablehnung eines Bootslifter hätte ebenfalls Chance und Risiko. Die Chance nämlich, dass der Bund irgendwann ein touristisches Ausbauprogramm für seine vernachlässigten Wasserstraßen startet. Das Risiko, dass das nicht passiert, ist allerdings ungleich höher: Der Bund ist für Tourismus gar nicht zuständig.

Die Kommunalpolitiker sollten sich jetzt nicht wegducken, sondern eine Entscheidung treffen. Ein Bootslifter, der zu 75% aus Fördermitteln bezahlt wird und neue Möglichkeiten eröffnet oder eine vage Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wer Angst vor dem Risiko hat, wird die Chancen nicht ergreifen.