Di 27 Jan 2009
Justitias Mühlen…
Geschrieben von Heiner Klemp unter Bildung & Soziales
…mahlen langsam, aber sie mahlen.
Habe gerade gehört, das Bundessozialgericht hält die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder für verfassungswidrig und legt diese Frage nun dem Bundesverfassungsgericht vor. Hoffentlich ringt man sich dort schnell zu einer (zumindest vorläufigen?) Entscheidung durch.
Nur schade, dass unsere Politik offenbar immer seltener selbst erkennt, wenn die Grenzen der Verrfassungsmäßigkeit überschritten sind. Ich finde es schon beschämend, dass man die Gerichte ständig als Richtschnur missbraucht, was geht und was nicht. Damit demontiert sich die Politik selbst.
2 Kommentare für “ Justitias Mühlen… ”
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9. Februar 2010 um 14:51[...] Januar 2009, vermutete das Bundessozialgericht (siehe hier), dass die Hartz-IV-Sätze für Kinder nicht verfassungskonform festgelegt wurden. Heute entschied [...]
27. Januar 2009 um 18:57
Die Ministerin für bürgerliche Familien, Frau von der Leyen, hielt die Senkung der Bezugsdauer des Elterngelds für erwerbslose Frauen von 24 auf 12 Monate für eine “Verbesserung”, weil die Erwerbsbeteiligung der Frauen ab dem 2. Lebensjahr gestiegen sei. Die Halbierung des Bezugszeitraums sei “ein deutliches Signal, dass Eltern nach dem ersten Jahr den Unterhalt der Kinder selbst bestreiten sollen”, sagte sie. (FAZ 30.10.2008)
Außer der Senkung des Elterngelds für Hartz IV-BezieherInnen im Umfang von 3.600€ (12 Monate á 300€) gab es noch ein anderes “deutliches Signal”, dass Eltern den Unterhalt der Kinder selbst bestreiten sollen, nämlich die Senkung der Regelsätze der Kinder ab dem Schulalter. Pro Monat und Kind wurden den Familien rd. 40€ entzogen. Der Bedarf von Schulkindern unter 14 wurde sogar auf das Niveau von Säuglingen heruntergekürzt. Damit wurde ihnen sowohl der Schulbedarf als auch der Wachstumsbedarf aberkannt. Zweck war derselbe wie bei der Kürzung des Elterngelds. Mit Hilfe der Kürzung der Mittel bei ihren Kindern sollen vor allem die Mütter noch mehr unter Druck gesetzt werden, Arbeit zu Armutslöhnen aufzunehmen.
Wiederum müssen Gerichte das bestätigen, was jedem sozial denkenden Bürger unserer Republik schon lange klar war.
Warum braucht unser Staat Politiker die ständig gegen das Gemeinwohl regieren